• Schmied: Direktoren sollen Lehrer kündigen dürfen

    Bildungsministerin Schmied fordert komplett neue Schulverwaltung - Die Schulleiter sollen künftig managen statt verwalten

    Wien - Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) fordert einen grundlegenden Umbau der Verwaltungsstrukturen im Schulbereich. Sie verlangt schon im Vorfeld nicht nur koalitionäre Diszi-plin, sondern sie appelliert im Gespräch mit dem Standard auch an Länder und Gemeinden, ihre Verantwortung angesichts der Notwendigkeit dieses Reformvorhabens wahrzunehmen. "Das ist ein Großprojekt, für das alle politisch Verantwortlichen gefordert sind."

    Das Thema steht heute, Dienstag, auf der Agenda der Verwaltungsreformgruppe. Laut Schmied sollen Direktoren nur noch befristet auf fünf Jahre bestellt werden, dafür aber Lehrer anstellen und auch kündigen dürfen. Die vom Bund finanzierten Landeslehrer sollen Bundeslehrer werden: "Es muss sichergestellt sein, dass das Geld nicht auf verschiedenen Ebenen versickert."

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    Wien - "Das ist ein Großprojekt, für dessen Erfolg die Regierung, die Länder und die Gemeinden insgesamt gefordert sind": Mit diesen Worten verdeutlicht Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) die Bedeutung der Verwaltungsreform im Schulbereich. Im Gespräch mit dem STANDARD erläutert die Ressortchefin ihre Vorstellungen von einer grundlegenden Umstrukturierung der Schulverwaltung, die heute, Dienstag, auf der Agenda der Verwaltungsreformgruppe des Bundes stehen wird.

    Mit ihrem Hinweis auf die breite Verantwortung verweist Schmied - auch im Wissen um die schwierigen Verhandlungen mit der Lehrergewerkschaft - darauf, dass die Schulverwaltungsreform in zentralen Fragen den machtpolitisch hochsensiblen und historisch sehr reformresistenten Bereich von geteilten Bundes-, Länder- und Gemeindekompetenzen betrifft.

    Lehrer auch kündigen

    Schmied will die Schulverwaltung entlang dreier Eckpfeiler reformieren: "Mehr Verantwortung direkt in der einzelnen Schule, effiziente Zuteilung der öffentlichen Mittel und effizientere Verwaltung, um so mehr Geld in die Schulklassen zu den Kindern zu bringen. Unser Motto muss sein: Das Geld folgt dem Schüler."

    Beginnend in den Schulen will sie bei den Direktoren ansetzen, die nur noch auf fünf Jahre befristet (mit Wiederbewerbungsmöglichkeit) ernannt und nach Management-Kriterien ausgewählt werden sollen.

    Diesen Schulleitern, die künftig "managen und nicht bloß verwalten sollen", sollte "Personalverantwortung" übertragen werden: "Die Direktoren müssen mitbestimmen, wer unterrichtet - und wer gegebenenfalls nicht mehr unterrichtet. Sie haben die klare Verantwortung für die Lehrer", erklärt Schmied - inklusive Kündigungskompetenz, "wenn man gar nicht zusammenkommt". Das erfordere in Kenntnis des derzeit sehr eng definierten Berufsbildes der Lehrer aber auch die "Entwicklung von Umstiegs- und Ausstiegsszenarien für Pädagogen".

    Was die "Zuteilung der Mittel" betrifft, spricht die Ministerin ein großes Vorhaben gelassen aus: "Das Modell der Landeslehrer, die aus Bundesmitteln finanziert werden, ist sicher kein Vorbild für eine Weiterentwicklung des Personalbereichs. Idealerweise sind alle Lehrer Bundeslehrer." Dann könnte das Ministerium den Personaleinsatz besser planen. Jetzt ist die Landeslehrer-Finanzierung quasi ein Geldfluss in eine Blackbox, in die das Ministerium aufgrund mangelnder Controlling-Instrumente nur bedingt Einsicht hat. "Es muss sichergestellt sein, dass das Geld in der Klasse ankommt und nicht auf verschiedenen Ebenen versickert."

    Effektivitätsgewinne

    In Sachen Dienstrechtsverhandlung (höhere Einstiegsgehälter, flachere Gehaltskurve, "höhere Lehrverpflichtung und mehr Anwesenheit an der Schule") betont Schmied, dass es nur eine österreichweit einheitliche Regelung geben könne.

    Rein finanziell würde eine Neuordnung der Entscheidungs- und Verantwortungsstrukturen im Schulbereich keine gigantischen Summen (im Vergleich zum Gesundheitsbereich) bringen. Durch die Streichung der Bezirksschulräte etwa könnte man fünf Millionen Euro einsparen. Aber, so Schmied: "Was wir mit neuen Strukturen gewinnen würden, wäre Effektivität. Wir wären dann wirksamer in der Leistung der Schulverwaltung."

    via: http://derstandard.at/?url=/?id=1237230414906%26sap=2%26_seite=2


  • «Die Universität hat sich selber aufgegeben und aufgelöst»

    18 Jahre war Marius Reiser Professor für Neues Testament am Fachbereich Katholische Theologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz. Auf eigenen Antrag ist er seit dem 1. April aus dem Dienst ausgeschieden. Der Grund: die Auswirkungen des Bologna-Prozesses auf die Universitäten. Im NZ-Gespräch erklärt Reiser seine Beweggründe und warum die Universität nicht mehr das ist, was sie eigentlich sein sollte.

    NZ: Herr Reiser, mit Wilhelm von Humboldt und John Henry Newman haben Sie eines gemeinsam: Sie teilen die gleiche Auffassung, was eine Universität sein soll und was nicht.

    Reiser: Die Universität soll die Persönlichkeit bilden. Die Studenten sollen lernen, selbstständig zu denken, zu handeln und sachlich zu argumentieren. Das war das Hauptziel der Universität und nicht die Ausbildung für bestimmte Fertigkeiten oder einen Beruf. Die direkte Berufsausbildung hat Humboldt zeitlich und sachlich nachgeordnet. Er war der Meinung, dass die Allgemeinbildung und die Bildung des Geistes vor der Berufsausbildung stehen. Newman hat das auch gesagt.

    NZ: Die akademische Freiheit an den Universitäten wurde häufig aber auch missbraucht. Dozenten ließen Seminare grundlos ausfallen. Studenten gingen lieber in den Park als in die Vorlesung. Der neue Druck durch die Module ist doch ein gutes Mittel gegen diese Bequemlichkeit?

    Reiser: Das glaube ich nicht. Man hat mit Druck und Kontrolle noch nie solche Missstände beseitigen können. Man muss einfach damit leben, dass es in allen Bereichen ungeeignete und faule Leute, Studenten und Dozenten, gibt. Mit keinem System oder Zwang schafft man das ab. Das gehört zur conditio humana. Früher war es so, dass der Präsident bestimmte Fälle zu sich zitierte und abmahnte. Das trauen sich die heutigen Präsidenten nicht mehr. Und jetzt werden alle abgestraft, weil es ein paar schwarze Schafe gibt.

    NZ: Den Bologna-Prozess bezeichnen Sie selbst als ein Unwetter, das über die Universitäten zog. Warum dieser Vergleich?

    Reiser: Es ist ein Unwetter, das die Universitäten völlig zerstört. Seit Jahren hagelt es Bestimmungen hinsichtlich Studienstrukturen, der Senkung von Anforderungen oder Umstrukturierungen in den Zielbereichen. Es kommen ständig Bestimmungen, etwas auszuarbeiten oder etwas zu ändern. Diese Reform-Betriebsamkeit hat uns am ruhigen Arbeiten gehindert. Die meisten dieser Reformen, die verlangt wurden, waren aus Sicht aller Kollegen völlig unsinnig.

    NZ: In der Erklärung der Ziele des Bologna-Prozesses ist von einer «Steigerung der Mobilität im Hochschulbereich» und einer Einführung «europaweit vergleichbarer Abschlüsse» die Rede. Das klingt doch, als würde Bologna den Studenten viele Vorteile bringen.

    Reiser: Das klingt so. In Wirklichkeit ist aber genau das Gegenteil eingetreten. Die Mobilität ist schwieriger geworden, weil wir ein rigides Reglement in allen Universitäten haben, das auch unterschiedlich ist. Im neuen System kann man höchstens noch nach dem Bachelor wechseln. Selbst dann wird es schwierig, denn die Anerkennung der Studienleistungen hat sich verschlechtert, selbst innerhalb eines Bundeslandes. Die Zahl der Studienabbrecher ist gestiegen.

    NZ: Wie konnte das passieren?

    Reiser: Die Leute, die sich das ausgedacht haben, haben offensichtlich von Universität keine Ahnung. Die meinen, mit Kontrollen und Vorschriften könne man alles regeln. Beim Geist geht das aber schlecht.

    NZ: Hat die Umstellung der Studienabschlüsse auf den Bachelor und den anschließenden Master denn keine Vorteile?

    Reiser: Nein. Mit großem Verwaltungs- und Prüfungsaufwand senkt man das Niveau. Weil man viele Prüfungen hat, zieht man zum Beispiel einfach eine Woche am Semesterende für die Prüfungen ab. Ich kann beim besten Willen keinen Vorteil sehen. Natürlich, am alten System hätte man vieles reformieren müssen. Aber diese Reformen wären unter den alten Bedingungen problemlos möglich gewesen. Man hätte die Professoren und Studenten fragen müssen: Was wäre denn zu reformieren? Aber die hat man ja nicht gefragt. Irgendwelche Politiker haben beschlossen, dass es jetzt anders gemacht wird.

    NZ: Was hat Sie letztendlich zu dem radikalen Schritt bewogen, Ihre Professur an der Universität Mainz niederzulegen?

    Reiser: Mir wurde meine Freiheit genommen zu bestimmen, wie ich mein Fach strukturiere und welche Inhalte gelehrt werden. Die Universität ist nicht mehr das, was sie sein sollte, denn statt der Bildung der Persönlichkeit ist nur noch die Ausbildung auf niedrigem Niveau wichtig. Ich bin nicht bereit, unter diesen Bedingungen zu arbeiten.

    NZ: Dass Professoren ihre Posten räumen und sich aus der Universität zurückziehen, bringt den Studenten aber doch auch nichts.

    Reiser: In Deutschland bin ich bislang der einzige. Das kann nicht so schlimm sein.

    NZ: Wie haben Kollegen auf Ihre Entscheidung reagiert?

    Reiser: Die sagen, ich habe in der Sache recht. Viele meinen aber auch, die Konsequenz sei überzogen. Natürlich ist meine Reaktion extrem. Ich sehe aber keine Möglichkeit, das System von innen heraus zu ändern. Die ganze Institution hat sich selber aufgegeben und aufgelöst. Ich möchte sie nicht mehr unterstützen. Fragen: Christiane Fritz

    via: http://www.nz-online.de/artikel.asp?art=1025433&kat=263


  • Schüler und Studenten planen für Mitte Juni einen bundesweiten "Bildungsstreik". Doch das Fundament für eine Rebellion ist brüchig: Für Proteste gibt es keine Credit Points.

    Der französische "Frühling der Stühle" (printemps des chaises) klingt allmählich aus. Wochenlang hatten Studenten und Dozenten Frankreichs Hochschulen bestreikt, Stühle ins Freie gestellt, sie zu Skulpturen aufgetürmt und Institute blockiert. Der Protest richtete sich gegen die Reformen Sarkozys, der die Unis stärker auf Wettbewerb trimmen will. Doch nun hat in Frankreich die Prüfungszeit begonnen, das Ende des Semesters naht, die Rebellen gönnen sich eine Pause.

    In Deutschland soll es jetzt überhaupt mal losgehen. Ein Bündnis aus Schülern und Studenten plant für Mitte Juni einen bundesweiten "Bildungsstreik". Am 17. Juni soll er in Großdemonstrationen gipfeln, auf denen die Schüler und Studenten mehr Geld und bessere Studien- und Lernbedingungen verlangen wollen. Die Organisatoren fordern, was man in linken Zirkeln eben so fordert, wobei darunter ein paar Dinge sind, die konservative Philologen und Professoren ähnlich sehen.

    Gegen die Verschulung des Studiums

    Widerstand richtet sich gegen die verkürzte Gymnasialzeit, die Bachelor-Master-Reform und eine Verschulung des Studiums. Auf der Wunschliste stehen demokratische, gebührenfreie Schulen und Hochschulen und ein Ende des gegliederten Schulsystems. "Selbstbestimmtes Lernen und Leben" sei das Ziel, was die Demonstranten jedoch nicht davon abhalten soll, mehr Stellen für Lehrer und Dozenten zu verlangen.

    Am Wochenende trafen sich Schüler und Studenten in Hamburg, um letzte Vorbereitungen zu treffen. Vielleicht werde man nicht Millionen mobilisieren, sagt der Berliner Philosophie-Student Tobias Schumann. Aber 200.000 Demonstranten seien schon ein realistisches Ziel. Auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Attac wollen sich an den Protesten beteiligen.

    Furcht vor Linksautonomen

    Die Hamburger Gymnasiastin Pia Erzigkeit hofft, dass es in der Streikwoche gelingt, Schulen zu besetzen und "guten Unterricht ohne Druck" zu organisieren. Vor einer "Krawalldemo" hingegen warnt sie; viele ihrer Mitschüler seien sofort verschreckt, wenn sie von Linksautonomen hören, erzählt die 17-Jährige.

    Pia Erzigkeit geht es nicht nur um das große Ganze, das schon auch. Sie hat konkrete, scheinbar kleine Ziele: Der Schulverein ihres Gymnasiums soll Jugendlichen helfen, die kein Geld für Bücher und Studienreisen haben. Kinder aus Hartz-IV-Familien könnten zwar Hilfen beantragen, aber es gebe eben noch andere Fälle, in denen die Eltern nicht zahlen können oder wollen. Pia hat das selbst erfahren müssen, "sozial Schwächere haben weniger Chancen, das kann doch nicht sein", sagt sie.

    Verpuffter Protest

    Schon im vergangenen November hat sie mitgemacht, als bundesweit Schüler und Studenten auf die Straße zogen. Der Protest verpuffte damals zunächst; er war etwas unglücklich terminiert - erst wenige Wochen zuvor hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel die Regierungschefs der Länder auf einem großspurig angekündigten "Bildungsgipfel" in Dresden getroffen, mit magerem Ergebnis. Eine Massendemonstration hätte dem Gipfel gutgetan, doch in Dresden blieb es ruhig.

    Die Streikwoche Mitte Juni fällt nun zumindest zusammen mit einem Treffen der Kultusminister. Eine Konferenz der Regierungschefs von Bund und Ländern, auf der über Milliardeninvestitionen für die Unis entschieden werden könnte, tagt allerdings bereits am 4. Juni.

    In der Wunde bohren

    Das vage Versprechen des Bildungsgipfels, mehr Geld für Bildung auszugeben, gerät wegen der Wirtschaftskrise immer weiter in den Hintergrund. Schüler und Studenten wollen das nicht hinnehmen: Für den 18. Juni kündigen sie sogar einen "Tag des zivilen Ungehorsam" an. Geplant sind symbolische Banküberfälle nach dem Motto: "Geld für Bildung statt für Banken". Allein mit dem Staatsgeld für die Hypo-Real-Estate könnte man zwei Millionen Studienplätze finanzieren, argumentieren die Organisatoren des Bildungsstreiks. Sie verlangen ein Rettungspaket für Schulen und Hochschulen in Höhe von mehr als 100 Milliarden Euro, einzuspeisen in einen Sonderfonds für bessere und freie Bildung (SofbfB). Einen "Mahnbrief" an Finanzminister Peer Steinbrück und die Banken haben sie bereits geschrieben.

    Dass sich auch Steinbrück wohl besseres vorstellen konnte, als einen Sonderfonds zur Finanzmarktstabilisierung (Soffin) einzurichten und Banken und Managern reihenweise aus der Patsche zu helfen, verschweigen die Aktivisten. Sie bohren lieber in einer Wunde, die auch jene staatstragenden Lehrer und Forscher schmerzt, die bei einem "Tag des zivilen Ungehorsams" lieber mal die Polizei rufen: Die Not der Schulen und Unis nimmt die Politik seit Jahren in Kauf, bei einer Absatzkrise der Automobilwirtschaft beschließen die Abgeordneten dagegen innerhalb weniger Tage milliardenschwere Abwrackprämien.

    Linke Rebellion

    Einen wochenlangen und flächendeckenden Studentenprotest, wie er in Frankreich fast schon normal ist, kann man sich in Deutschland allerdings kaum vorstellen. Die Studenten werden immer unpolitischer, behauptet eine Studie von Wissenschaftlern der Uni Konstanz: Anfang der achtziger Jahre hätten noch 54 Prozent der Studenten gesagt, sie seien sehr am politischen Geschehen interessiert, 2007 waren es nur noch 37 Prozent. Und nur noch jeder vierte verstehe sich als "klar links", früher sei es jeder dritte Student gewesen. Das Fundament für linke Rebellion ist demnach brüchig, zumal viele Studenten in den neuen Bachelor-Studiengängen wenig Zeit für ein Ehrenamt oder einen langen Bildungsstreik haben. Dauernd wollen Prüfungen gemeistert werden, und für Protestaktionen gibt es keine credit points.

    Schaut man genauer hin, sieht man aber so manche lokale Bewegung. In Potsdam wehren sich Studenten gegen Zulassungshürden beim Master-Studium; eine Vollversammlung war vor kurzem sehr gut besucht. In Heidelberg besetzten Romanistik-Studenten zum Semesterstart ihr Institut, um auf die schlechte Betreuung aufmerksam zu machen. Angehende Lehrer der Pädagogischen Hochschule demonstrierten in Heidelberg gegen die Finanznot ihrer Alma Mater. In Leipzig organisierten Studenten Protesttage und diskutierten über die Probleme im Bachelor-Studium. In Niedersachsen protestieren Schüler, Lehrer und Eltern vehement gegen ein neues Schulgesetz, in Bayern gab es im Mai wieder größere Proteste gegen die Studiengebühren.

    Zornige und Enttäuschte, die an einem bundesweiten Bildungsstreik teilnehmen könnten, gibt es genug. Jedenfalls so lange, bis auch in Deutschland die Ferienzeit beginnt.

    via: http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/118/469672/text/


  • Some classes will be scrapped, linguists warn, as funding is diverted to science subjects

    Some of the country's most prestigious universities – including Oxford, Edinburgh and King's College London – are facing swingeing cuts to their language departments because the government has diverted funding from arts and humanities subjects to protect the sciences.

    Oxford University, which is ranked number one in the country for languages, faces a £1m shortfall in its language budget as a result of the new funding allocations, and academics are now working on a financial rescue plan.

    European linguists at Edinburgh University have been told to save £400,000 over two years and there are warnings that they will have to scrap some subjects and expand class sizes. Russian, Italian and Portugese are said to be threatened. Students at the university are staging a protest on Monday against the plans in another sign of the rising militant mood on campuses where undergraduates are increasingly demanding better quality classes in return for their fees.

    Academics at King's have confirmed that they face a 20% cut in their government research funding.

    The government has acted to protect the funding of science and engineering subjects after the Research Assessment Exercise (RAE) – used as the basis for the allocation of research funding – last year. Arts and humanities subjects across the board have suffered, but languages are particularly vulnerable because of the high cost of the intensive teaching they require.

    Mike Kelly, an executive member of the University Council of Modern Languages, said: "There's been a noticeable upturn in student applications for modern languages. The problem is research funding. Nearly all departments are facing loses. An average school of modern languages is probably going to have lost £250,000. It will be devastating. The fact that blue-chip language departments like Oxford are being threatened means it's a crisis across the board for universities."

    Andrew Barker, head of the 110-year-old German department at Edinburgh University, said: "The termination of posts makes it impossible for us to carry on teaching languages properly. We are being held responsible for the disastrous effects of the RAE. The cuts have serious implications for the continuation of all the subjects we do." Some 200 students and staff attended a meeting to address the subject's fate this week, agreeing to stage a protest on Monday as the university's ruling council meets.

    Their action comes after students at Bristol University signed an official complaint claiming teaching standards had failed to improve since they started paying £3,000 top-up fees in 2006. This week the Office for the Independent Adjudicator reported record rises in the number of complaints from students.

    Guy Bromley, vice-president at Edinburgh University's student association, said: "In the long term, if this goes through, European languages will no longer be viable at Edinburgh. If we do away with this, the language skills in Scotland and the UK will be damaged. It will be a tragedy."

    A spokesperson for the Edinburgh University said: "We are currently engaged in discussions with staff, unions and student representatives on how best to address a deficit in funding for modern languages that has come about primarily as a result of the latest RAE, which plays a key role in determining funding levels for university departments. We are committed to maintaining as wide a range of language teaching as our funding will allow."

    An Oxford University spokeswoman said: "We are working on a plan to make efficiency savings and to find other sources of funding."


    Source: http://www.guardian.co.uk/education/2009/may/21/language-departments-face-cuts

     


  • Die derzeitigen Zustände und Entwicklungen im Bildungssystem sind nicht weiter hinnehmbar! Weltweit sind Umstrukturierungen aller Lebensbereiche nicht mehr gemeinwohlorientiert, sondern den sogenannten Gesetzen des Marktes unterworfen. Seit ein paar Jahren ist auch das Bildungssystem in den Fokus solcher “Reformen” geraten: Bildungsgebühren und die Privatisierung treffen uns alle!

    Die Finanz- und Wirtschaftskrise zeigt deutlich, dass die Auswirkungen wettbewerbsorientierter Entscheidungskriterien verheerend sind. In vielen Ländern protestieren Menschen dagegen, so z.B. in Mexiko, Spanien, Italien, Frankreich und Griechenland. In diesem internationalen Zusammenhang steht der Bildungsstreik 2009.

    Der anhaltende Protest gegen Studiengebühren und Sozialabbau in den letzten Jahren hat bei den Verantwortlichen in Medien, Wirtschaft und Politik zu wenig Wirkung gezeigt. Deswegen rufen wir nun dazu auf, unsere demokratischen Rechte in Form eines bundesweiten Bildungsstreiks wahrzunehmen. Hier werden pluralistische Aktionsformen (Demonstrationen, Blockaden, Besetzungen etc.) ihren Platz finden. Während einer bundesweiten Aktionswoche vom 15.-19.06.2009 werden wir gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern im gesamten Bundesgebiet demonstrieren. Wir suchen das Bündnis mit vielen gesellschaftlichen Gruppen, wie Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, die wir ausdrücklich einladen, mit uns zu protestieren, denn wir sind überall mit der gleichen Politik konfrontiert: An der Hochschule, in den Schulen und im Betrieb.

    Ziel des Bildungsstreiks ist es, eine Diskussion zur Zukunft des Bildungsystems anzuregen. Des Weiteren sollen Möglichkeiten einer fortschrittlichen und emanzipatorischen Bildungs- und Gesellschaftspolitk aufgezeigt und durchgesetzt werden. Dem Einfluss der maßgeblichen politischen und ökonomischen Interessen im Bildungsbereich setzen wir unsere Alternativen entgegen:

    • selbstbestimmtes Lernen und Leben statt starrem Zeitrahmen, Leistungsdruck und Konkurrenzdruck,
    • freier Bildungszugang und Abschaffung von sämtlichen Bildungsgebühren wie Studiengebühren, Ausbildungsgebühren und Kita-Gebühren,
    • öffentliche Finanzierung des Bildungssystems ohne Einflussnahme der Wirtschaft unter anderem auf Lehrinhalte, Studienstrukturen und Stellenvergabe
    • und Demokratisierung und Stärkung der Mit- und Selbstverwaltung in allen Bildungseinrichtungen.

    Wir, die Projektgruppe Bildungsstreik 2009, rufen zur Bildung regionaler und lokaler Bündnisse auf. Bringt Euch in unsere bundesweiten Planungen ein: Ein anderes Bildungssystem ist möglich – und dringend nötig!

    Projektgruppe Bildungsstreik 2009

    Source: http://www.bildungsstreik2009.de/aufruf/





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